Kennen Sie schon die Sandmücke?
In Deutschland gibt es einige Mückenarten, wie unter anderem die Gemeine Stechmücke oder die Ringelmücke. Seit einigen Jahren fühlt sich allerdings auch die nicht ungefährliche Sandmücke immer mehr in Deutschland zu Hause. Aber woran liegt das und woher kommt sie?
Woher kommen Sandmücken?
Die Sandmücke lebt ursprünglich im Mittelmeerraum. Allerdings ändert sich durch den Klimawandel der Lebensraum vieler Insekten. Dazu gehört auch die Sandmücke. Seit Jahren wandert die Sandmücke aus dem Süden in Richtung Norden. Stand heute lebt sie unter anderem bereits in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.
Sandmücken leben mit rund 700 Arten ursprünglich vor allem in den Tropen, Subtropen, Amerika und Asien.
Sie brüten in Höhlen, Erdspalten, Nagerbauten oder Schutthaufen. Ab und an brüten Sie auch in von Menschen gebauten Unterschlüpfen. Vor allem in Hühnerställen oder anderen Tierställen.
Die Larven der Sandmücke ernähren sich von Insektenresten oder menschlichen beziehungsweise tierischen Abfällen.
Wie lebt die Sandmücke?
Anders als Stechmücken brauchen die Sandmücken-Weibchen keine Blutmahlzeit, damit Sie Eier legen. Die Sandmücke produziert auch mit der Ernährung von Pflanzensäften Eier. Die Eier legen die Mücken an eine feuchte Stelle, vor allem auf Müllplätzen oder in Erdlöchern. Nach dem Schlüpfen durchlaufen die Larven mehrere Stadien, wobei sie sich von verrotteten Pflanzen ernähren.
Wie verhält sich die Sandmücke?
Die Sandmücke erreicht beim Fliegen eine Geschwindigkeit von 70 bis 80 Zentimeter pro Sekunde. Pro Nacht legen sie mehr als einen bis zwei Kilometer Flugstrecke zurück. Allerdings fliegen sie selten über zwei Meter hoch.
Wenn man eine Sandmücke anlocken will, benutzt man am besten Licht. Die Mückenart reagiert auf die Wellenlänge von herkömmlichen Glühbirnen. Sehen die Insekten Licht, erreichen sie eine Flughöhe von bis zu acht Metern.
Am besten vermeidet man herkömmliche Glühbirnen und wechselt auf Energiesparlampen, wenn man die Sandmücke vermeiden will.
Wo halten sich Sandmücken auf?
Sandmücken sind nachtaktive Insekten. Sie bewegen sich vor allem an warmen und windstillen Abenden fort. Vor allem leicht feuchte Abende bieten der Sandmücke ideale Bedingungen auf ihrer Suche nach einem geeigneten Wirt. Sandmücken stechen bevorzugt Vögel und Reptilien, deshalb halten sie sich gerne an deren Brutplätzen auf.
Nur wenige Arten saugen bei uns Menschen Blut. Die wenigen Arten, die den Menschen als Wirt verwenden stechen an Stellen mit dünner Haut. Vor allem in Gesicht, an Händen, Füßen sowie auch die Knöchel stechen die Insekten gerne und nähren sich.
So erkennen Sie eine Sandmücke
Die Sandmücke ist mit ihren zwei Millimetern ein sehr kleiner Parasit. Sie hat feine Flügel und einen beigefarbenen Körper. Anders, als andere Mückenarten trägt die Sandmücke eine starke Behaarung am Körper. In der Kombination mit den Flügeln wirkt sie deshalb wie ein kleiner Schmetterling.
Im Gegensatz zu einer klassischen Stechmücke bemerkt man den Angriff der Sandmücke sehr spät Das liegt zum einen daran, dass der starke Juckreiz verzögert einsetzt. Zum anderen treten die Sandmücken in Schwärmen auf. Sie schwirren um einen herum und man bemerkt keinen offensichtlichen Stich, wie bei einer Mücke.
Ist die Sandmücke gefährlich?
Sticht eine Sandmücke einen Menschen bildet sich ein Stich, der für längere Zeit sehr stark juckt.
Abgesehen davon überträgt die Sandmücke gefährliche Krankheiten:
- Das Toskana-Virus: Das Toskana-Virus zeigt sich oft in Form einer Meningitis, einer Hirnhautentzündung. Diese führt unter Umständen zu Bewusstseinsstörungen, Lähmungserscheinungen und anderen neurologischen Störungen. In den meisten Fällen bilden sich diese Störungen vollständig zurück.
- Die Leishmaniose: Leishmanien leben als Parasiten in der Sandmücke und führen zu drei verschiedenen Krankheitsforme:
- Die kutane Leishmaniose: Hier bilden sich auf der Haut Aleppo-Beulen oder Orient-Beulen
- Die mukokutane Leishmaiose: Hier befallen die Parasiten Haut und Schleimhaut. Vor allem der Nasen-Rachen-Raum leidet darunter. Im weiteren Verlauf greifen die Parasiten die Organe im Brustkorb an.
- De viszerale Leishmaniose: Die Parasiten befallen hier die inneren Organe. Vor allem greifen sie die Milz, Leber und Lymphknoten an. Unbehandelt führt diese Verlaufsform im schlimmsten Fall zum Tod.
- Das Pappataci-Fieber: Das Dreitage-Fieber, welches die Sandmücken übertragen, führt zu drei bis vier Tagen hohem Fieber. Zusätzlich leiden Betroffene an Schwäche und Schwindelgefühl sowie fehlendem Appetit und Durchfall. In den darauffolgenden drei Tagen klingt das Fieber ab. Die körperliche Schwäche und der Durchfall bestehen oftmals noch ein paar Tage länger.
Die Diagnose der Viren
Eine Infektion mit den Viren, die die Sandmücke unter Umständen mit sich trägt, zeigt sich über Antikörper. So kann man das Sandmückenfieber von anderen Erkrankungen abgrenzen. Diese Untersuchung erhalten Sie bei einem Arzt aufgrund von Symptomen und als Reiserückkehrer aus einem Sandmückengebiet.
Wie sehen Bisse der Sandmücke aus?
Der Biss einer Sandmücke schwillt häufig an. Ähnlich wie ein Mückenstich sind die Bisse rot und ähnlich groß.
Darum sollte man das Kratzen vermeiden
Vor allem in den Tropen hat man unter unüberschaubaren hygienischen Umständen schnell eine Superinfektion. Aus dem Grund soll man den Stich nicht mit seinen Fingernägeln aufkratzen. Achten Sie auf eine stets aktuelle Tetanusimpfung.
Nie wieder in warme Länder reisen? So schützen Sie sich im Urlaub
Laut Tropenmedizinern kann man sich als Urlauber aktiv gegen die Sandmücken schützen. Packen Sie mückenabweisende Sprays in Ihre Reisetasche. Achten Sie darauf, dass Ihr Spray einen hohen Anteil des Wirkstoffs DEET enthält. Dieser vertreibt die Mücke. Am besten trägt man das Mittel nicht nur abends auf, sondern auch tagsüber.
Außerdem schützt man sich durch das Tragen langer Kleidung und durch Mückennetze. Vor allem an Fenstern und über dem Bett.
Große Panik oder leises Aufatmen?
Bislang finden Forscher nur nicht-infizierte Sandmücken in unserer Region. Dennoch ändert sich das womöglich schnell, da die Erreger bereits da sind. Das liegt an den immer weiter steigenden Temperaturen in Deutschland. Die Lebensbedingungen für die Sandmücke und damit den Überträger verbessert sich dadurch.
Außerdem sind unter anderem Hunde, die mit Hilfe einer Tierrettung nach Deutschland kommen oft an Leishmaniose erkrankt. Theoretisch können sie den Erreger durch die Sandmücke damit auf den Menschen übertragen.